Zukünftige Flicker-Grenzwerte – Im Dschungel von Websites und Downloads

2017 hatte ich zur „Eröffnung“ diesen Artikel über Flicker veröffentlicht. Zwei Jahre sind seit dem vergangen seit die Technical Note TN_006-2016 veröffentlicht wurde.

Nun jedoch interessierten mich die neuen Grenzwerte der EU-Kommission für das SVM-Verfahren. Schließlich haben viele Hersteller von LED-Treiber diese bereits weiterentwickelt. So vermeiden diese inzwischen so weit möglich, die bisher so gepriesene Pulsweitenmodulation (PWM) zum Regeln und Dimmen des LED-Stromes. Neue Verfahren, wie Hybrid-Dimmung oder Amplitudendimmung wurden implementiert. Es tut sich was. Man bereitet sich auf die neue Ökodesign-Richtlinie vor. Doch was steht da drin? Ein vollständiges Bild hab ich leider immer noch nicht erhalten.

Aus verschiedenen Quellen hab ich diese Fakten/Aussagen zusammengetragen:

  • Die EU-Kommission wird die Grenzwerte und Messverfahren aus IEEE1789 nicht übernehmen.
    (Dieses Verfahren beruht auf einer Grenzwertkurve basierend aus den Wertepaaren Flicker% und Flickerfrequenz. Insbesondere die Auswertung der Flickerfrequenz ist häufig nicht eindeutig, da es meisst ein Frequenzgemisch aus versch. Frequenzen ist. Verursacht durch Netzfrequenz und Wandlerfrequenz)
  • Das neue Messverfahren beruht auf spektraler Bewertung, d.h. Umrechnung der Lichtwelligkeit aus dem Zeitbereich in den Frequenzbereich durch FFT.
    (Das bedeutet bisherige Flickermeter zur Anzeige von Flicker% und Flickerfrequenz genügen nicht zur mehr zur Auswertung. Es bedarf aufwendiger Analog-Digitalwandlung mit schneller Abtastung und entsprechender Prozessortechnik)
  • Messverfahren lautet SVM für Stroboscopic-Effect-Visibility-Measure. Hierbei soll gelten SVM > 1 –> Flicker sichtbar. SVM < 1 –> Flicker nicht sichtbar.
    (d.h. ein SVM=1 bedeutet ein Flicker wird mit einer 50% Wahrscheinlichkeit vom durchschnittlichen Beobachter festgestellt)
  • Die Grenzwerte werden in einer Neufassung der Öko-Design-Richtlinie festgelegt und sollen dann 2021 bindend für alle Lampen und Leuchten sein.
  • Es wird unterschieden zwischen SVM (Sichtbarkeitsmaß für stroboskopische Effekte) und Kurzzeitflickern (Pst) für Frequenzen < 80Hz.
    (Pst wird im Zeitbereich gemessen)

Auf den Seiten der EU-Kommission finden sich unterschiedliche Versionen (s.u.), wobei keine wohl wirklich aktuell ist. Eine sehr informative Seite ist die von Peter Erwin (Lichtpeter), der bereits durch eine Eingabe aktiv am Entscheidungsprozess beteiligt ist.

Aktuell sieht es wohl so aus, dass sich der Grenzwert SVM auf 1,6 einschießt. Ob da die Lobby der Industrie dahinter steckt?  Das würde bedeuten, dass wir mit diesem Grenzwert weiter mit Flicker konfrontiert werden. Wohl in etwa in der Form der bisherigen, konventionellen Leuchtmittel wie Glühlampe und Leuchtstofflampen.  Schade, ich hatte mir Besserung versprochen.

Es liegt also dann an den Verbrauchern zukünftig entsprechende Leuchten mit geringem Flickern oder Flickerfrei zu kaufen. Um das zu bewerten wird dann vermutlich diese technische Angabe auch mit angegeben werden (müssen?).
Entsprechende Messtechnik dazu gibt es vereinzelt schon. Ich jedenfalls warte sehnsüchtig auf den Abschluss der Entwicklung von diesem Flickermessgerät.

In diesem Beitrag ist die Kommentarfunktion eingeschaltet. Würde mich über weitere Beiträge zur Diskussion freuen.

Quellen:

Lichtflimmern in aller Munde, ähm Augen


https://www.eup-network.de/fileadmin/user_upload/Lichtquellen_EK_2019_02_07_PG_DE.pdf
https://www.eup-network.de/fileadmin/user_upload/Lichtquellen_Forum_FG_2016_06_08b_Vortrag_Mordziol.pdf

Flicker – das leider allzu bekannte Wesen


https://www.derlichtpeter.de/de/aktuelles/

 

Flicker und die neue Öködesign-Richtlinie

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